14. April 2007, Braunschweiger Zeitung |
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Gebannt lauschen Schüler der Vechelder Realschule dem Autor Andreas Schlüter, der seine Geschichte „Ein mörderischer Tag" vorliest. (PN-Foto: Bode)
Mörderischer Spaß in der Schule
Autor Andreas Schlüter liest vor 50 Schülern der Realschule Vechelde
Von Bianca Aust
VECHELDE. Die Augen brennen, die Nase juckt, am Rücken zwickt's. Der 15-Jährige, der unter der Bodenabdeckung kauert, zwingt sich, still liegen zu bleiben. Einen Mucks, denkt der Knabe, und es geht ihm an den Kragen. Der Schüler ist auf der Flucht. Und fast 50 Fünft- und Sechstklässler der Vechelder Realschule mit ihm.
Ganz leise steigt dann und wann ein Wispern aus den Sitzreihen auf, den Rest der Zeit hängen die Kinder an den Lippen von Autor Andreas Schlüter, der ihnen seine Geschichte "Ein mörderischer Tag" vorliest.
Mit gezielten Gesten und pointierter Intonation lässt der Hamburger das skurrile Abenteuer eines Achtklässlers ins Gehör seines Publikums tröpfeln, lockt die Realschüler, hetzt sie im nächsten Moment und zeichnet wortreich abenteuerliche Bilder.
Der Tag des 15-Jährigen Gesamtschülers, von dem Autor Schlüter berichtet, ist einer von diesen überflüssigen Exemplaren. Wider besseren Wissens schwingt der Jugendliche sein linkes Bein zuerst aus dem Bett, startet ungeduscht und hektisch durch, um gerade noch den Bus in Richtung Klassenfahrt zu erwischen.
Während eines Stopps an der Raststätte sucht der verstrubbelte 15-Jährige das abgeschiedene Behinderten-WC auf, um sich äußerlich ein wenig zu optimieren - und stolpert in den Nahkampf zweier Männer, einer blutverschmiert und mit durchschnittener Kehle, der andere mit einem Messer in der Hand. Und eiskalt blickenden Augen, die sich auf das Gesicht des Schülers heften.
Detailgenau, fast akribisch beschreibt der Autor die Gedankengänge des verschreckten Zeugen, der, statt Hilfe zu holen, um sein Leben fürchtend in den nahe gelegenen Wald flüchtet.
Zielstrebig steuert der Schüler die nächste Polizeidienststelle an - und rennt seinem Verfolger, jetzt mit einer Uniformjacke bekleidet, direkt in die Arme. Sich innerlich sträubend und windend fährt der junge Mann mit dem Beamten zum Tatort. Und wird dort von der Nachricht überrascht, dass er mitten in eine Übung von Polizeischülern geplatzt ist. Der eiskalte Killer? War niemand anderes, als der Ausbilder der Gruppe, der den Mörder gespielt hat.
"Als ich selbst noch ein Junge war, habe ich kaum gelesen", erzählt Schlüter, der auf Einladung des Arbeitsbereiches Religionspädagogik und Medienpädagogik der evangelischen Landeskirche Braunschweig nach Vechelde gekommen ist. "Jetzt schreibe ich Geschichten, die ich selbst gern gelesen hätte."
Eben dieses Argument war ausschlaggebend für den Kontakt zum Autor, so Pfarrer Hans-Georg Babke von der Landeskirche, die sich im Bereich Lehrerfortbildung und Leseförderung engagiert.
"Jungen sind weniger lesebereit als Mädchen, darum haben wir uns um einen Autor von spannenden Kriminalgeschichten bemüht", sagt Babke.
Im Anschluss an die Kurzgeschichte, die in der Anthologie "Meine Besten" von Nicola Bardola erschienen ist, las Schlüter noch Passagen aus seinem Buch "Gesucht!"
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20. Oktober 2002, "Wolfenbütteler Schaufenster" |
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WOLFENBÜTTEL. Dass Tschernobyl auch heute noch ein Thema Ist, zeigt Dietrich Wegner mit seiner Ausstellung "Wunden hellen langsam - Tschernobyl - drei Leben danach", die zur Zeit im Haus der Gesamtkirchlichen Dienste (Kirchencampus, Dietrich-Bonhoeffer-Straße 1) zu sehen ist. Inspirieren ließ sich der hauptberufliche Tierarzt während eines 14tägigen Aufenthalts mit dem Verein Männerarbeit der evangelischen Landeskirche in Nadeshda, einem Erholungsort In Weißrussland für Kinder aus Tschernobyl. In 55 Zeichnungen, Aquarellen und Kurztexten gibt Wegner seine Eindrücke von Kindern wieder, die von der Reaktorkatastrophe betroffen sind. Die Ausstellung entstand In Zusammenarbeit mit der Tschernobyl-Initiative Schöppenstedt, hier sind Paul (Vorsitzender) und Irene Koch zu sehen, und soll auch für Spenden werben. Bis zum 20. Dezember sind die Arbeiten von Dietrich Wegner auf dem Kirchencampus zu sehen. Foto: Lieb
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19. Okotber 2002, "Braunschweiger Zeitung" (Wolfenbütteler Teil) |
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Drei Leben nach Tschernobyl
Ausstellung des Semmenstedters Dietrich Wegner auf Kirchencampus eröffnet
WOLFENBÜTTEL. Nadeshda bedeutet Hoffnung. Nadeshda heißt auch ein Ferienlager in Weißrussland, wo Kinder, Opfer der Reaktorkatastrophe im ukrainischen Tschernobyl, unbeschwerte Urlaubswochen verbringen können. Nadeshda steht unausgesprochen in den Augen von Kindern, die der Semmenstedter Dr. Dietrich Wegner vergangenes Jahr während eines 14-tägigen Aufenthalts in Weißrussland gezeichnet hat. Er hielt nicht nur ihre Porträts fest, sondern fasste deren Erfahrungen in eine Bildersprache.
Die Ausstellung von 62 Aquarellen und Federzeichnungen trägt den Titel "Wunden heilen langsam. Tschernobyl - drei Leben danach". Eröffnet wurde sie gestern im Amt für Religionspädagogik und Medienarbeit der Landeskirche, wo es reichlich Lob für den Künstler gab, der bislang nur Tiere gemalt hatte. Wegner habe mit seinen Mitteln einen Zugang zu den Herzen der Mädchen gefunden, sagte der Botschaftsrat der Republik Belarus aus Berlin.
Als eine Aktion "gegen das Vergessen" des Unfalls vom 26. April 1986 in Tschernobyl bezeichnete der Leiter des kirchlichen Amtes, Dr. Hans-Georg Babke, die Ausstellung im Parterre-Flur des Gebäudes, in dem die Gesamtkirchlichen Dienste untergebracht sind. Während der Eröffnung ging Babke auf die globalen Gefahren von Atomkraftwerken ein und mahnte einen verantwortungsvollen Umgang mit der Kernenergie an.
Mitveranstalter der Ausstellung sind die Männerarbeit der Landeskirche und die Tschernobyl-Initiative der Propstei Schöppenstedt, die unter ihrem Vorsitzenden, Paul Koch, seit sieben Jahren die Erinnerung an die Katastrophe in der Ukraine wachhält. "Das werden wir in vielfältiger Weise gemeinsam weiter tun", sagte Koch mit dem Hinweis auf tatkräftige Unterstützung durch das Amt für Religionspädagogik, die Männerarbeit und das Landeskirchenamt, "das den nächsten Hilfstransport nach Minsk übernimmt".
Wegners Zeichnungen und seine einfühlsamen textlichen Erläuterungen werden beim nächsten evangelischen Kirchentag in Berlin ausgestellt, kündigte Koch an. Danach sollen sie dem Kinderkrebskrankenhaus in Minsk zum Geschenk gemacht werden. Als Buch erscheint das Werk in Deutsch und Russisch im nächsten Frühjahr und soll in der Lessing-Realschule vorgestellt werden. Einen Sonderdruck und eine Ausgabe auf Diskette erhielt der Maler und Autor bereits gestern. Vorbereitet werden auch Foliensätze für den Schulunterricht und Postkarten.
Bis zum 20. Dezember ist die Ausstellung montags bis donnerstags von 8.00 bis 16.00 Uhr und freitags bis 12.30 Uhr geöffnet.
emka
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20. Juni 2002, "Braunschweiger Zeitung" (Wolfenbütteler Teil) |
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Lehrer feierten auf dem Kirchencampus
Erste Schoot's-out-Party des Amtes für Religionspädagogik - Bluespower sorgte für Stimmung
Von Hans-Dietrich Sandhagen
WOLFENBÜTTEL. Rund 200 Lehrer und Mitarbeiter des Landeskirchenamtes haben am Dienstagabend die erste Wolfenbütteler School's-out-Party für Lehrer gefeiert. Das Amt für Religionspädagogik und Medienarbeit der Landeskirche hatte zum Konzert mit der Braunschweiger Kult-Band Bluespower eingeladen.
Hintergrund der Idee war laut Organisator Heiko Lamprecht, Lehrern zum Schuljahresende die Möglichkeit zum Gedankenaustausch zu geben. Die Rechnung ging offensichtlich auf. "So ein Treffen finde ich sehr hilfreich", kommentierte Gudula von Kalm (Schule am Teichgarten). Man bekomme Impulse von Kollegen aus anderen Schulen und könne sich in entspannter Atmosphäre austauschen.
Viel Spaß hatte Lehrer Jörg Kienäpfel (Berufsbildende Schulen III, Braunschweig). Er war am Dienstag aus dem Schuldienst verabschiedet worden und besuchte dann am Abend die erste School's-out-Party für Lehrer. "Ich habe noch von keiner Veranstaltung dieser Art gehört", so Kienapfel. Ein solches Konzert zu veranstalten sei eine gute Sache, auch wenn ihm die Musik nicht so gefalle.
"Ich habe ein Problem mit der Lautstärke. Aber das habe ich bei meinen, Schülern hin und wieder auch", scherzte er.
Bis 23 Uhr dauerte die Feier auf dem Kirchencampus. Für die Gäste gab es nach brütender Hitze kurz vor dem Abschluss eine kleine Abkühlung durch Regen. Dennoch entließen sie die Braunschweiger Gruppe mit Fritz "Cleanhead" Köster an der Spitze nicht ohne Zugaben - natürlich aus dem großen Bluesrepertoire der vier Künstler.
Foto: Hans-Dietrich Sandhagen
School's-out-Party auf dem Kirchencampus: Fritz "Cleanhead" Köster und seine drei Bandkollegen unterhielten das Publikum auf dem Kirchencampus in Wolfenbüttel
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