Im Ethno-Instrumente-Museum befinden sich zur Zeit mehr als 2500 Instrumente aus allen wichtigen Kulturen der ganzen Welt, dazu noch etwa 500 Instrumente für Kinder aus bis zu 2000 Jahren und vier Kontinenten. Rolf Irle, Jahrgang 1935, Realschulkonrektor i. R. und Musikethnologe, verheiratet, vier Kinder; aufgewachsen in Solingen, Tätigkeit in der dortigen Stahlindustrie als Facharbeiter; Studium zum Volksschullehrer an der Adolf-Reichwein-Hochschule Osnabrück, Lehrertätigkeit in Niedersachsen; 1960 - 1969 am Differenzierten Mittelbau der Bernhard-Varenius-Schule in Hitzacker, Examen als Realschullehrer, 1969 Aufbau einer Realschule in Garbsen-Berenbostel und mehr als 20 Jahre dort Konrektor bis zur Pensionierung 1994.
Seit 1960 Beschäftigung mit den Musikinstrumenten der außereuropäischen Völker und Kulturen und den europäischen Volksmusikinstrumenten; Aufbau einer ethnologischen Instrumentensammlung mit Exponaten aus allen wichtigen Kulturkreisen der Welt mit zur Zeit mehr als 2000 Instrumenten. Besondere Schwerpunkte: Tibet/Nepal, Ostasien, Indien und Hinterindien, Indonesien/ Neuguinea / Philippinen, Schwarzafrika, arab.-islamischer Orient, Türkei, Sakral- und Ritualinstrumente aller Religionen und Glaubensformen. Seit vielen Jahren multikulturelle Bildungsarbeit mit diesen Instrumenten in Schulen aller Stufen, kirchlichen und anderen Bildungseinrichtungen und in der Lehrerfortbildung auf regionaler und landesweiter Ebene (NLI), seit 1996 verstärkte Bildungsarbeit mit den Instrumenten bei behinderten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen (Blinde, Gehörlose/-behinderte und geistig und/oder körperlich Behinderte); Mitarbeit bei schulischen und kirchlichen Projekttagen bzw. -wochen mit den Themenkreisen "Dritte Welt", "Nord-Süd-Konflikt" oder "Musikinstrumente in den Heimatländern unserer ausländischen Mitschüler". Seit dem Wintersemester 1997/98 Lehrbeauftragter für Musikethnologie an der Technischen Universität Braunschweig.
Besonderheit: Bei seinen Vorträgen, Präsentationen und Ausstellungen darf ein Großteil der zu Anschauungszwecken mitgebrachten Instrumente nicht nur in die Hand genommen, sondern auf Wunsch auch gespielt werden. Seit mehreren Jahren führt Herr Irle auf Wunsch von Grundschulen für 3. oder 4. Klassen kombinierte, mehrtägige Arbeitsprojekte durch, bei denen sowohl seltene und außergewöhnliche Rhythmusinstrumente fremder Kulturen vorgeführt und ausprobiert, als auch einfache Instrumente selbst gebaut werden. |
mehr als 2500 Instrumente |

Bogenharfe Tsaung gauk, Holz, Leder, Baumwolle, Seidensaiten, Burma, um 1950
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Röhren-Kalebassenzither Vicitra-vina, Nordindien um 1950, Holz,
Kürbiskalebassen, Knochen/Bein, Stahlsaiten, Intarsien.
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Zungenschlitztrommel Teponaztli, sakrales Abwehrinstrument gegen böse Geister, Bundesstaat Oaxaca, Mexiko, vor 1920, Holz
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Gebetsglocken (Ghant(a) der Hindus, Gelbguß; Indien;
links:: Glockenkranz, Orissa, um 1930, rechts: Doppelglocke, Goa/Panjim, um 1950
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Schüler des Gymnasiums Markneukirchen bekommen
außergewöhnliche Musikinstrumente zu sehen
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Am Donnerstag, dem 26.4.07, besuchte die Klasse 6a als erste von fünf Klassen des Gymnasiums Markneukirchen im Musikinstrumentenmuseum eine Sonderausstellung über Musikinstrumente im tibetischen Buddhismus, die zur Zeit im restaurierten Gerber- Hans-Haus zu sehen ist. Die teilweise über 100 Jahre alten Instrumente wurden von Herrn Irle aus Hannover vorgestellt. Er befasst sich schon seit 47 Jahren damit und besitzt in Wolfenbüttel ein Museum mit ca. 2500 außereuropäischen Instrumenten. Nach Markneukirchen hatte er alle Instrumente eines tibetisch- buddhistischen Klosterensembles mitgebracht. Der pensionierte Lehrer erzählte uns von vielen Instrumenten interessante Geschichten wie z. B. von dem Meditationsgong aus einem buddhistischen Kloster aus Burma. In solchen Klostern wird der Gong meistens den ganzen Tag gespielt. Die Klappertrommel, auch „Affentrommel", bestand aus den Schädelkalotten zweier Menschen, die auf unnatürliche Weise, zum Beispiel durch ein Verbrechen, ums Leben gekommen waren. Eine Hälfte war von einer weiblichen Person und die andere Hälfte von einer männlichen. Das sollte Gegenteile symbolisieren, wie gut und böse und hell und dunkel usw. An der Trommel ist ein Band mit fünf verschiedenen Farben befestigt. Diese Farben stehen für fünf verschiedene Himmelsrichtungen: Norden, Süden, Osten, Westen und in die Höhe. Es gab auch eine Schädelschale, die Kapala. Diese besteht ebenfalls aus einem Teil von einem menschlichem Schädel. Innen wurde die Kapala mit Silber ausgelegt, daraus konnte man dann trinken. Auch menschliche Unterarm - und Oberschenkelknochen wurden als Instrumente benutzt, nämlich als Trompeten. Jedoch brachte man die Menschen nicht extra um, um an ihre Knochen zu kommen, sondern man nahm die Knochen verstorbener Menschen, die zu ihrer Lebenszeit sehr bedeutend waren, so zum Beispiel von einem Lama. Ein ganz großes Instrument war die Riesentrompete. Sie ist ca. 4,80 m lang, aber man kann sie auch verkleinern (so ähnlich wie ein Fernrohr). So kann sie z. B. auch in Flugzeugen transportiert werden. Nicht nur Instrumente waren auf der Ausstellung zu sehen, sondern auch sehr schön verzierte Stücke wie die Gebetsmühle oder die Transportrolle. In der Gebetsmühle wurden schriftliche Rollen mit Gebeten aufbewahrt und durch ständiges Drehen sollten diese Gebete gen Himmel gesendet werden. Die Transportrolle diente zum Transportieren schöner, kunstvoll gestalteter Bilder. Natürlich konnten nicht alle Ausstellungsstücke ausführlich erklärt werden, aber es war sehr interessant und am Ende durften wir sogar einmal ein paar der mitgebrachten Stücke ausprobieren. Herr Irle war sehr erstaunt darüber, wie gut einige Schüler Töne diesen Instrumenten entlockten.
Wir bedanken uns für die spannenden Stunden mit Herrn Irle. Maria Alimov, Klasse 6a.
P.S.: Die Musiklehrer Dr. Enrico Weller, Sylvia Jaros und Gabi Nickel schließen sich diesem Dank im Namen des Gymnasiums Markneukirchen voll und ganz an. Herrn Irle gelang es sehr schnell, die Schüler zu begeistern, sodass sie über die gesamte Zeit hinweg seinen Ausführungen außerordentlich aufmerksam folgten.
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