Die Fotos wurden qualitativ so hergestellt, daß sie für Klassensätze leicht zu fotokopieren sind. Im Einleitungstext zu jeder Mappe wurde auf die unterschiedlichen Möglichkeiten des Umgangs hingewiesen. Andere Institute publizierten ebenfalls Fotomappen mit methodisch-didaktischen Anregungen. Die Pionierarbeiten von Wolfgang Dietrich und seinen Mappen EXEMPLARISCHE BILDER sind hier in Erinnerung zu bringen; sie werden noch heute dankbar genutzt. Mit Studenten der Universität Bern hatte ich die assoziativen Texte auf der Rückseite der Bilder erstellt. Sie sollten als persönliche Anregung zu eigenen meditativen Überlegungen führen und erst dann den Schülerinnen und Schülern vorgelegt werden, nachdem die Bilder selbst "gelesen" sind. So können für den unterrichtlichen Einsatz von Fotos und Bildern folgende Hinweise nützlich sein:
- Grundregel: Sparsam mit Fotos umgehen. Es ist ratsam die unbedachte Bilderflut, der unsere Schüler ausgesetzt sind, zu berücksichtigen und lieber ein Bild weniger, aber dann gründlich erarbeiten lassen.
- Einsatz im Unterricht, folgendes hat sich bewährt: Egal, ob ein Bild als Einstieg in ein Thema, als Intensivierung der Themenstellung im Unterrichtsprozeß oder als nochmalige Betonung, Vertiefung oder Effizienzkontrolle am Ende des Unterrichts eingebracht wird, man sollte sich ZEIT nehmen.
- Foto wird ausgeteilt. Da das Foto eine eigene Aussage hat, muß diese nicht sofort durch eine Erschließungsfrage beeinflußt werden, sondern es wird gewartet, bis ein Schüler/eine Schülerin eine Aussage macht. Diese Aussage wird auf einer Folie (oder durch Schüler/in an der Tafel) stichwortartig notiert. Erst nach der fünften Aussage kann man anfangen, die Schüler/innen die Aussagen sortieren zu lassen. Geschieht dies an der Tafel, dann sollte man vorher das Foto mit Tesakrepp in der Mitte postiert haben, und die Notizen gruppieren sich rund herum. So verstärken sie den Eindruck, daß das Foto und die Aussagen sich ergänzen. Arbeitet man mit dem Overhead, dann bietet sich an, das Foto mit Tesakrepp an die Projizierfläche (Leinwand etc) zu kleben. Die notierten Äußerungen können so auf der Folie aufgeschrieben werden, daß auch diese rund um das Bild angeordnet sind.
- Erst im zweiten Schritt werden die Aussagen besprochen. Auch hier geschieht dies durch die Schüler, d.h. die ersten Aussagen werden ergänzt und bilden sog. Klustergruppen um die Erstaussagen.
- Im dritten Schritt kann die Lehrerin/der Lehrer die vorbereiteten Impulshilfen gaben, um eine intensivere Betrachtung zu ermöglichen, z.B.: Zu welchem Thema würde dieses Bild besonders gut geeignet sein? Ist es ein kaltes oder warmes Bild (die atmosphärische Situation des Bildes)? Woran erinnert euch dieses Bild? Hat es für euch eine Bedeutung? etc.
- Statt anfangs jedem Schüler ein Foto zu geben, wird zuerst jeder Kleingruppe (3-5) oder jedem Team ein Foto gegeben mit dem Auftrag, eine Überschrift zu finden oder eine vierzeilige Geschichte zu erfinden (als ob dies ein Belegfoto einer Zeitungsseite wäre). Danach werden kommentarlos (Schüler/Lehrer) die Themen, die Geschichten vorgetragen und erst im zweiten Schritt darauf reagiert. Die unterrichtliche Zielsetzung ist erfahrungsgemäß dann von den Schülern benannt worden und braucht jetzt nur nochmals eine Betonung, um den Unterricht "zielstrebig" weiterzuführen. Erst nach diesem Vorgang bekommen alle Schüler das Foto für ihre Arbeitsmappen.
Unsere vier Fotos können als Einzelfotos eingesetzt und die obigen Anregungen nutzbar gemacht werden. Eine Intensivierung könnte die Aufteilung des Fotos in vier Teile sein, die jeweils für sich "gelesen" oder mit den Augen "abgefahren" werden, z.B. links oben, links unten, rechts oben, rechts unten. Diese Arbeit könnte gemeinsam mit der Klasse geschehen oder auch so, daß mehrere Fotos vorher zerschnitten werden und jede Gruppe erhält nur ein Teil, das es zu erschließen gilt. Am Ende der Arbeitsphase werden die Teile zusammengeführt. Hierzu eignet sich eine Folienkopie des Fotos. Mit der Abdecktechnik erschließt man einen Teil nach dem anderen, indem von der vorher zugedeckten Folie jeweils ein Viertel aufgedeckt wird. Diese Methode läßt gemeinsam entdecken und bewirkt eine noch intensivere Betrachtung und Wahrnehmung der Bilder. Die Aussagen der Schüler ermöglichen eine Erweiterung durch zusätzliche Textangebote, die in der Einheit schon vorgesehen sind, immer aber gekoppelt mit den Bilder, bzw.Bildeinheiten.
Unsere vier Fotos sind besonders für das Symbol "Weg" geeignet. Was auf diesem Weg passieren kann. Wege, die man täglich geht oder nur im Urlaub. Anfang und Ende des Lebensweges. Unebenheiten, Höhen und Tiefen, sind Gefahren, aber auch Hilfen, sich auf diesem Weg in ein sorgfältiges Verhalten einzuüben, auch Gehen des Weges will gelernt sein.
- Ein Spaziergang zu zweit, ob im Gespräch, sich einander anvertrauen, trösten, austauschen, den Wald und Weg genießen, auf sich einströmen lassen, nur so und kein großes Pensum oder Programm haben.
- Was für einen Weg hat wohl diese Frau/dieser Mann gehabt? Welche Lebensgeschichte? Was könnte man erfahren, würde man im Dorf oder Gemeindebüro mit den Schülern recherchieren können? Ist der Bäckerladen noch da? Sie waren Gemeindemitglieder. Kann uns das Pfarrbüro weiterhelfen? Sind Nachkommen da, die man interviewen könnte? Was haben diese Menschen geglaubt?
- Unterwegs sein, allein sein, mit sich selbst zurechtkommen, Abstand gewinnen, nur dahinschlendern, besorgt sein und einen anderen Menschen "brauchen". Ein bekannter Weg. Die Luft atmen, den frischen Morgenduft, die Natur, den Wald spüren, auf sich wirken lassen; es ist doch schön, daß es noch solche Wege gibt. Die Chancen des Weges vor mir, dankbar für die Erfahrungen auf diesem Weg. Gottes Schöpfung ist uns anvertraut, zu bewahren und zu erhalten. Auf dem Weg begegnete ihnen ein Fremder. Sie kamen miteinander ins Gespräch und tauschten sich aus. Nach dem Gespräch und dem gemeinsamen Mahl (das Brot miteinander brechen und teilen) gingen ihnen die Augen auf, bewußter als bevor konnten sie den anfangs so mühsamen Weg von der Stadt des Grauen, der Kreuzigung, des Todes, die Stadt ganz anders wahrnehmen, mit neuem Mut und Hoffnung war der Weg leichter geworden.
Weggeschichten in der Bibel suchen und finden und den Bildern zuordnen, öffnet den Unterricht und ermöglicht underschiedliche Lernwege.